Online-Blick hinter die Kulissen:
«Wie Freiwillige die Demenzfreundlichkeit stärken»
Im Rahmen der «Community Demenzfreundlicher Kanton Zürich» bietet die Plattform Mäander die Möglichkeit, online über Mittag einen Blick hinter die Kulisse von Demenz-Initiativen zu werfen. Am 30. Juni 2026 ging es um das Thema «Wie Freiwillige die Demenzfreundlichkeit stärken».
Im Fokus stand die nicht zu unterschätzende Wirkung der Arbeit von Freiwilligen – insbesondere, wenn diese geschult sind. Prof. Bernhard Müller von der Berner Fachhochschule BFH berichtete von seiner Pilotstudie «Mitmensch sein mit Menschen mit Demenz» zum Thema Interaktionsschulung «Eigenweltorientiert kommunizieren lernen»
für Freiwillige in der häuslichen Demenzbetreuung im Kontext einer demenzfreundlichen Gemeinde in Bern und Luzern. Die eigenweltorientierte Kommunikation stellt das Eingehen auf die Erlebniswelt des Gegenübers in den Mittelpunkt. So sollen dialogische Momente zwischen Demenzbetroffenen und deren Umfeld entstehen, die Sicherheit vermitteln und soziale Teilhabe ermöglichen.
Die Ergebnisse der Studie sprechen für sich. Die eigenweltorientierte Kommunikation führt zu:
- mehr Gelassenheit und weniger Stress in herausfordernden Situationen
- ruhigere, kooperativere Interaktionen mit den Menschen mit Demenz
- mehr wahrgenommene Sicherheit, Freude und Nähe bei Betroffenen
- stärkere Zufriedenheit und Motivation bei den Freiwilligen
Anschliessend berichteten Cornelia Glanzmann von ihrer Arbeit als Koordinatorin Freiwilligenarbeit und Franz Wandeler von seiner Tätigkeit als Freiwilliger bei Zeitgut Luzern. Er hat eine demenzbetroffene Person regelmässig begleitet und die Weiterbildung von Bernhard Müller besucht. Die beiden teilten ihre Erfahrungen in der Betreuung von Menschen mit Demenz und betonten, wie wichtig es sei, dass Freiwillige gut begleitet und unterstützt werden würden – beispielsweise mit Erfahrungsgruppen, individueller Reflexion und einer Schulung wie jener von Bernhard Müller. Ebenso wichtig ist die Abgrenzung. So gehört Pflege, neben anderem, nicht zu den Aufgaben einer freiwillig engagierten Person. Franz Wandeler sagte, die Schulung habe ihm sehr geholfen. So könne er jetzt viel mehr ganz im Moment sein und sich gut auf das Gegenüber fokussieren.
Auch Bernhard Müller betonte: Freiwilligenarbeit ist anspruchsvoll. Freiwillige begleiten nicht nur Menschen mit Demenz, sondern stehen oft auch im Kontakt mit Angehörigen sowie mit Fachpersonen und Institutionen. Um diese Aufgabe gut erfüllen zu können, brauchen sie neben Schulungen in Kommunikation auch regelmässige Begleitung und Möglichkeiten, ihre Erfahrungen gemeinsam zu reflektieren.
Im anschliessenden Austausch konnten die rund 30 Teilnehmenden ihre Fragen zum Thema stellen und Ideen für den nächsten online-Blick hinter die Kulissen entwickeln.