Brücken bauen

Umgang mit Menschen mit Demenz

Woran erkennen wir an Demenz erkrankte Menschen? Und wie begegnen wir ihnen am besten? Diesen Fragen ging Dr. Bettina Ugolini, Leiterin der Beratungsstelle Leben im Alter der Universität Zürich, am Welt-Alzheimertag vom 21. September 2023 nach. Die Veranstaltung mit über 60 Teilnehmenden wurde von der Stiftung Plattform Mäander in Kooperation mit der begleitenden Nachbarschaftshilfe KISS in Stäfa durchgeführt.



Demenz geht uns alle an: Viele von uns kennen eine Person mit Demenz im Familienumfeld oder in der Nachbarschaft. Begegnungen und Beziehungen zu Betroffenen sind wertvoll, können aber auch herausfordernd sein. Mit Kenntnissen über die Krankheit und mit angemessenem Verhalten, wie sie Bettina Ugolini an diesem Abend vermittelte, kann ein gutes Miteinander gestaltet und Menschen mit demenziellen Einschränkungen unterstützt werden.

Veränderungen bei einer Demenzerkrankung
Bei einer Demenzerkrankung verändert sich nicht nur das Gedächtnis, auch die Wahrnehmung der Umwelt und die Selbstwahrnehmung sind betroffen. Alltägliche Situationen und Gegenstände können plötzlich eine andere Bedeutung erhalten. Weiter ist die Kommunikation, die visuelle Koordination und das komplexe Denken betroffen. Dies alles beeinflusst die soziale Interaktion zwischen Menschen mit und ohne Demenz.

Angepasste Kommunikation
Die krankheitsbedingten kognitiven Veränderungen erschweren die Kommunikation. Zu einem besseren Verständnis trägt bei, wer den Blickkontakt herstellt, kurze und einfache Sätze verwendet und das Gespräch mit Gesten begleitet. Einfache Anweisungen und das Aufteilen von komplexeren Abläufen in einzelne Schritte macht es für die Betroffenen ebenfalls leichter. Weiter ist es hilfreich, nur wenige Alternativen anzubieten.

Perspektivenwechsel
Die kognitiven Kompetenzen verändern sich im Verlauf einer Demenzerkrankung, aber die Fähigkeit zu fühlen geht nicht verloren. Es ist wichtig, nicht primär auf die Defizite zu schauen, sondern die vorhandenen Ressourcen der demenzerkrankten Menschen ins Zentrum zu stellen. Menschen ohne Demenz begeben sich in die Welt der Betroffenen, indem sie versuchen, deren Logik zu verstehen, anstatt ein «richtiges» Verhalten zu erwarten. Anstelle von Vorwürfen ist es empfehlenswert, Lücken zu überbrücken und wo immer möglich das Leben der Menschen mit einer demenziellen Entwicklung zu vereinfachen.

Fazit
Menschen mit Demenz sind gleichwertig in unserer Gesellschaft. Sie möchten als Person akzeptiert und wertgeschätzt werden und sozial eingebunden sein. Dabei sind sie darauf angewiesen, dass Menschen ohne Demenz wissen, was diese Krankheit bedeutet und was den Umgang mit Betroffenen erleichtert. Genau hier setzte diese Veranstaltung an, die von Bettina Ugolini mit den folgenden ermunternden Worten abgeschlossen wurde: «Lasst uns Mensch sein im Umgang mit Menschen mit Demenz».

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